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INTERSTENO Deutschland e. V.

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50 Jahre Intersteno

Vortrag von Gregor Keller, gehalten am 12. Juni 2004, am Vorabend der Generalversammlung der Intersteno-Landesgruppe Deutschland in Falkenrehde (in der Nähe von Potsdam)

Am 21. September 1947 wurde in Gelsenkirchen-Buer der Deutsche Stenografenbund wieder gegründet. Über die nachfolgenden 50 Jahre erschien eine neunteilige Dokumentation der Deutschen Stenografen-Zeitung (Jahrgänge 1998 und 1999) unter dem Titel "Eine Zeit vergeht". Die Überschrift ist auch gut geeignet für die jetzt anstehenden Folgen über 50 Jahre Intersteno-Landesgruppe. Eng verbunden war und ist die Intersteno-Landesgruppe Deutschland (es gab über eine lange Zeit auch eine Landesgruppe in der ehemaligen DDR) mit dem Deutschen Stenografenbund. Aus dem ausgewerteten Material wird deutlich, dass auch die INTERSTENO sehr eng mit der deutschen Landesgruppe in den letzten fünf Jahrzehnten verknüpft gewesen ist.

 
Der erste internationale Stenografenkongress fand 1887 in London anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Systems Pitman statt. Die internationale Zusammenarbeit war aber mehr oder weniger dem Zufall überlassen und diente vornehmlich zur Anhebung des nationalen Prestiges. Die Zusammenkünfte waren recht selten, die persönlichen Kontakte nur locker und der allgemeine Nutzen gering. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges hatte dazu geführt, dass diese mäßige Zusammenarbeit nahezu 16 Jahre lang unterbrochen war.

1953 wurde in Mainz der 17. Deutsche Stenografentag veranstaltet. Er fand eine große Beachtung bei den stenografischen Fachorganisationen und Fachleuten des Auslands. Freunde aus Finnland, Frankreich, Holland, Jugoslawien, Monaco, Österreich und Schweden und auch aus dem Saarland (war damals noch selbständig) sowie aus der früheren DDR konnten begrüßt werden. Aus Großbritannien, Italien und Spanien kamen schriftliche Grüße. (Am Rande bemerkt: In Mainz wurde beschlossen, dass künftiger Sitz des Deutschen Stenografenbundes (DStB) Bad Nauheim ist.) Bei diesem Stenografentag wurde angeregt, eine verstärkte Zusammenarbeit der Stenografen auf internationaler Ebene anzustreben; insbesondere sprach sich der jugoslawische Vertreter dafür aus. Ein dreiköpfiger Ausschuss - Frankreich, Schweden, Deutschland - wurde benannt und der DStB gebeten, ein Rundschreiben an die Stenografen der Welt zu verschicken, was dann auch geschah. 1954 gilt auch als Jahr der Gründungsversammlung. Am 15. Februar  1954 wurde im Kurfürstlichen Schloss zu Mainz, der Stätte, an der die ersten Besprechungen über eine internationale Zusammenarbeit stattfanden, die Landesgruppe Bundesrepublik Deutschland in der Internationalen Föderation der Stenografen und Maschinenschreiber als selbstständige Organisation gegründet. Auch ein Statut wurde beschlossen und 30 Mitglieder (Einzelmitglieder, Organisationen, Verlage) zeichneten sich in einer Versammlung ein. Erster Präsident war Regierungsdirektor Karl Rieser. Warum hat damals eigentlich nicht der Deutsche Stenografenbund die internationale Arbeit selbst übernommen? Die  Mitarbeit der Fachleute wäre mehr oder weniger dem Zufall überlassen worden, eine systematische Bearbeitung der internationalen Probleme hätte nicht stattgefunden, Zusammenkünfte wären zu selten erfolgt, um positive Ergebnisse zu erzielen. Gedacht war an eine straffere Form der Zusammenarbeit in Gestalt einer nationalen Vereinigung in enier internationalen Organisation von Landesgruppen.


Es war nicht ganz einfach hiernach die allen Verhältnissen entsprechende  angemessene Form zu finden, da die Art der Pflege von Kurzschrift und Maschinenschreiben in den einzelnen Ländern sehr verschieden war, wie aus einem Protokoll aus dem Jahre 1954 hervorgeht. Am 11. und 12. September 1954 trafen sich die Vertreter der stenografischen Organisationen aus neun Ländern zu einer Fachtagung in Vevey in der Schweiz. Den deutschen Vertretern wurde besonders gedankt für die Vorbereitung (Rundschreiben, Aussprachen, Schriftwechsel). Die dort Anwesenden wurden alle einzeln vorgestellt, aus Deutschland die Herren Rieser, Bachmann, Bast, Bonn, Etter, Grimm H. und Grimm H. (jun.), Haaß, Haeger, Koppert, Kratzsch, Leirer, Schlarb und vom Winklers Verlag noch Helene und Frieda Grimm. Die erste Zusammenkunft der Stenografen und Maschinenschreiber nach dem Kriege erfolgte in bester Harmonie. Es war ein guter Start - und nun musste die Arbeit weitergeführt werden, damit die grundsätzlichen Fragen auf dem nächsten Kongress geklärt werden können. Seinerzeit wurde auch ein Ausschuss gebildet mit den Ländern Italien, Frankreich, Deutschland (Dr. Kratzsch) und Jugoslawien. Beschlossen wurde, dass der 21. Internationale Kongress der Stenografen und Maschinenschreiber im folgenden Jahr (1955) in der letzten Juli/ersten Augustwoche in Monte Carlo stattfinden soll. Übrigens, Herr André Morard regte an, mit dem Kongress eine internationales Meisterschaftsschreiben auf Schreibmaschinen zu verbinden. In den Vorkriegsjahren standen nämlich neben Kurzschrift nur Vorträge und Diskussionen und die gesellschaftliche Repräsentanz auf dem Programm. Der Gedanke von Herrn Morard weckte große Begeisterung. Damit konnte man das Interesse sowohl der Jugend als auch der Öffentlichkeit gewinnen.

 

Am 31. Juli 1955 wurde dann in Monte Carlo ein internationales Wettschreiben auf der Schreibmaschine durchgeführt. Zum ersten Male nach 16 Jahren (!) gab es  wieder einen Kongress. Frankreich verzeichnete mit Abstand die meisten Teilnehmer vor Deutschland (324 / 94). 607 Fachleute aus 34 Ländern hatten sich eingetragen, auch zwei Teilnehmer aus dem Saarland.

 
Insgesamt waren die deutschen Teilnehmer sehr erfolgreich. Sie gewannen zwei Weltmeisterschaften und von 20 ausgesetzten Preisen nahmen sie elf mit nach Hause. Es gab damals auch den Wettbewerb "Höchste Geschwindigkeit (wiederholter Satz)". Eine Französin gewann vor Werner Kaufmann aus Kaufbeuren, der den Satz schrieb: "die wichtigkeit einer gleichen richtigkeit erkennen ist wichtig." Dieser "Wettbewerb" wurde nur einmal ausgetragen...

 
Sehr wichtig war der Internationalen Föderation das Zustandekommen eines Statuts. Der Kongress nahm diesbezüglich noch einige Änderungen an einem Entwurf vor und beschloss das in wenigen Monaten mit viel Fleiß von dem bereits erwähnten Ausschuss erarbeitete Konzept. Als erster Präsident wurde Herr Smit aus Holland gewählt. Deutscher Stellvertreter und Vizepräsident des Zentralkomitees war Herr Rieser. Monte Carlo ging als Meilenstein auf dem Weg der INTERSTENO, aber auch auf dem Weg der deutschen Landesgruppe in die Annalen ein.

 

Der erste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, Prof. Dr. Theordor Heuss, anerkannte bei einem Empfang am 29. Oktober 1955 in Bonn die großen Leistungen der Schreiberinnen und Schreiber. Im Mittelpunkt der Gespräche mit dem Bundespräsidenten stand in erster Linie die Kurzschrift - ein Wettbewerb Kurzschrift spielte bis dahin noch keine Rolle! -, und alle waren betrübt, als der beliebte Bundespräsident mit den Worten "jetzt muss ich euch aber hinausschmeiße" den Empfang nach viel zu schnell vergangenen Stunden beendete. Prof. Heuss erwähnte in dem Zusammenhang auch seine Rede aus dem Jahre 1925 - diese Rede begründete seinen Ruf als ein glänzender Redner -, er aber in Bezug auf ein einheitliches deutsches Kurzschriftsystem der "Sündhaftigkeit" bezichtigt wurde und daher von gewissen Kreisen als Verräter angesehen worden ist.

 

1956 wurde die italienische Landesgruppe gegründet. Die Deutsche Landesgruppe tagte in Bad Nauheim und regt an, auch internationale Wettschreiben in Kurzschrift durchzuführen. Außerdem befasst sie sich mit dem geplanten 22. Internationalen Kongress in Mailand. In dieser zweitgrößten Stadt Italiens traf man sich dann im Mai 1957. Dort wurde übrigens die DDR neben Polen und Ungarn in die INTERSTENO aufgenommen. Das Saarland schied aus, weil es in die Bundesrepublik Deutschland eingegliedert worden war. Einzelmitglieder rekrutierten sich aus mehreren Ländern, beispielsweise auch aus Schweden und England. Lore Alt wurde wieder Weltmeisterin bei der 2. Weltmeisterschaft im Maschinenschreiben. Übrigens wurde in der DStZ Frau Fröse aus der DDR erwähnt, die einen 11. und einen 6. Platz erreichte. Präsident Karl Rieser starb am 18. Oktober 1957.

Die Generalversammlung 1958 war in Mainz. Dr. Koppert hatte die Leitung bis dahin satzugsgemäß übernommen. 1. Präsident wurde Dr. Haeger, 2. Präsident Dr. Hager, Generalsekretär blieb weiterhin Dr. Kratzsch. Es ging wieder einmal um internationale Kurzschriftwettbewerbe, und diskutiert wurde über die "Vergleichbarkeit der Sprachen" (sei kaum gegeben). Dr. Kratzsch feierte sein 25-jähriges Dienstjubiläum beim DStB; er ist auch Schriftleiter der Deutschen Stenografenzeitung (DStZ).

 

Auch 1959 war ein ereignisreiches Jahr. (Der 19. Deutsche Stenografentag fand in Bremen statt, es war mein erster - und dieser wird mir unvergesslich bleiben.) Der 23. Internationale Kongress in Wien wird als traumhaft beschrieben. "Es wurde alles bisher Dagewesene überboten." Die Intersteno setzte sich nun aus 16 Landesgruppen zusammen, die Türkei und Bulgarien wurden aufgenommen. Lore Alt errang zwei Weltmeistertitel. Insgesamt berichteten sieben Fernsehanstalten und auch die "Tagesschau" brachte ausgezeichnete Ausschnitte.


Präsident wurde Dr. Haeger und Generalsekretär Marcel Racine, Schweiz, wurde wieder gewählt. Auf dem nächsten Kongress in Wiesbaden sollen internationale Kurzschriftwettbewerbe durchgeführt werden, also Diktate in jeder Sprache. Übrigens wurde auch über den Namen Intersteno diskutiert, Vorschläge waren "Interstenoma" oder auch "Stenodac". In Wien beteiligten sich 228 Maschinenschreiber - davon 144 in deutscher Sprache. (Frau Thaumüller, Mannheim, hat auch mitgeschrieben, sie war, wie bereits erwähnt, schon in Monte Carlo mit dabei.) Erst elf elektrische Schreibmaschinen waren eingesetzt, aber über 200 mechanische. Das sollte sich noch ändern...

 

Im August 1961 war dann internationaler Treffpunkt in Wiesbaden. Aus vier Kontinenten kamen die Gäste. Manfred Kehrer wurde Sieger beim 1. internationalen Kurzschriftwettbewerb in Deutsch. In neun Sprachen wurde geschrieben. Lapidar dort: Eine Vergleichsmöglichkeit zwischen den Sprachen ist noch nicht gegeben. Weltmeisterin im Maschinenschreiben wurde Sigrid Wissel, Hannover, bei der Jugend Gisela Linke aus Biedenkopf, in der Perfektion Erika Berkenkamp und bei der Jugend Ute Palm, beide Düsseldorf. Jetzt waren doch schon 37 elektrische Schreibmaschinen im Wettbewerb. Es muss ein zauberhafter Kongress in dieser alten, berühmten Kurstadt am Beginn des schönsten Teils des Rheins und dem weinfrohen Rheingau gewesen sein. Die Schiffsreisen, einer der vielen Programmpunkte, wurden in einem Beitrag in der DStZ so auch dargestellt: Frohsinn, Wehmut, verfallene Ruinen und Schlösser, Rüdesheim, Drosselgasse, Niederwalddenkmal, "Asbach Uralt", Straußenwirtschaften ... Gerade die ausländischen Gäste empfanden diese emotionale Stimmung sehr stark, konnten und wollten sich ihr wohl auch nicht entziehen. So jedenfalls in Äußerungen über diesen Kongress. Neu aufgenommen in die INTERSTENO wurden Belgien, England, Finnland und Tunesien. Dr. Haeger wurde Ehrenpräsident - übrigens auf Vorschlag von Herrn Hähnel von der Ostdeutschen Landesgruppe. Her Freml, Prag, wurde neuer Präsident. In späteren Äußerungen sprach man auch über einen "gediegenen eleganten" 24. Kongress. Bundespräsident Heinrich Lübke freute sich bei einem Empfang in der Villa Hammerschmidt in Bonn über die Erfolge der Deutschen. 

 

Am Rande, am 6. Oktober stellte IBM ein neues Fabrikat vor: die "IBM 72" mit Schreibkopf. In der DStZ schreibt Herr Bast, die Leistungsfähigkeit der Maschine könne noch nicht beurteilt werden. Hier und seit Jahren ist natürlich der Erfolg dieser Maschine bekannt, sie hat heute noch Liebhaber. Übrigens, bei der Landesgruppe gab Ende 1961 Dr. Haeger sein Amt ab, Nachfolger wurde Dr. Hager, München und Dr. Kratzsch blieb Generalsekretär, hinzu kam ein neuer Beisitzer, Dr. Karl Gutzler, Bonn.

 

Deutsche Schreiber hatten stets Spitzenplätze erreicht.

In den Wettbewerben - seit Monaco - belegten deutsche Schreiber immer Spitzenplätze. Einige Nationen sahen sich veranlasst, darüber nachzudenken. So meinte man, die Großbuchstaben würden überbewertet. Die entsprechenden Anträge sind anfänglich immer ohne Gegenstimmen abgelehnt worden. Das Bedienen des Umschalters wurde dann auch vermessen, aber der geringe Zeitaufwand wurde wieder durch mehr Zwischenräumen beim Schreiben anderer Sprachen aufgewogen. Bei der Sitzung des Zentralkomitees in London ist u. a. auch die Schaffung eines Abzeichens für die Föderation angeregt worden. Lobend wurde Herr Racine erwähnt, weil er als Dolmetscher für deutsch, französisch und italienisch fungiert. Übrigens, beim 20. Deutschen Stenografentag in Essen ist Fritz Büttner zum Präsidenten gewählt worden. Am 16. Dezember 1962 übernahm er dann bei der Mitgliederversammlung in Bad Nauheim auch das Amt des 1. Präsidenten der Landesgruppe. 2. Präsident wurde Willy Kühnel, Kiel, und Generalsekretär blieb Dr. Kratzsch. 1963 fand der 25. Kongress in Prag statt. Dazu gab es Ausscheidungsschreiben, da je Landesgruppe nur sechs Maschinenschreiber bzw. -schreiberinnen zugelassen wurden. Mindestens 520 Anschläge bei einem Wettbewerb, erzielt im vergangenen Jahr, waren hier gefordert. Beim Kongress benutzten von 18 Maschinenschreiberinnen zwölf elektrische Maschinen, sechs mechanische. Die Bad Nauheimer Schriftfreunde wurden besonders gelobt wegen ihrer gründlichen Vorbereitungsarbeiten für dieses Ausscheidungsschreiben, das anlässlich der vorerwähnten Mitgliederversammlung durchgeführt wurde. Auffällig ist, dass ehr viele Treffen und Tagungen der stenografischen Organisationen in Bad Nauheim stattfanden, also ist die Bezeichnung "Hauptstadt der Stenografen" - auch auf internationaler Ebene - durchaus begründet. Am "Aliceplatz 1" wies auch immer ein zusätzliches Schild (neben dem des DStB) auf den Sitz einer internationalen Organisation hin.

 

Beim Kongress in Prag siegte Ligrid Lude. Von rund 400 Kongressteilnehmern kamen 65 aus der Bundesrepublik Deutschland. Lediglich 72 Wettschreiber nahmen am Maschinenschreiben teil, Folge der Begrenzung auf sechs Teilnehmer je Landesgruppe. Frau Lude gewann trotz der nicht mehr gezählten Umschaltungen, und sie schrieb auch noch auf einer fremden Maschine, ihre eigene konnte in Prag nicht mehr repariert werden. In der Perfektion gewann Marie Bobková aus der CSSR. Manfred Kehrer verteidigte seinen Titel in der Kurzschrift. Die ersten fünf Stenografie-Sieger kamen aus der DDR. Dänemark und Luxemburg wurden in die internationale Gemeinschaft aufgenommen. Der Prager Kongress war ein großes Ereignis, und die Überschrift eines Beitrages, "Weltelite der schnellen Schreiber im Backofen der goldenen Stadt", trifft wohl zu. Der nächste Kongress wurde nach Paris vergeben; Marcel Chouvet wurde Präsident. Generalsekretär blieb die "Familie Racine". Immer wieder wird das starke Engagement von Frau Racine erwähnt. Es gab übrigens auch wieder einen Empfang für die westdeutschen Siegerinnen und Sieger bei Bundespräsident Lübke.

 

Am 24. Oktober 1964 hatte die Landesgruppe eine Arbeitstagung in Gelsenkirchen-Buer durchgeführt, verbunden mit Wettbewerben in Kurzschrift und Maschinenschreiben nach internationalen Bedingungen. Präsident Büttner sprach über Probleme der Landesgruppe, vor allem aber über die Sitzung des Zentralkomitees in Madrid sowie über den geplanten Ablauf des nächsten Kongresses in Paris. Eine nette Geste ist in Erinnerung geblieben: In Marl traf man sich zum Kaffeetrinken beim Bürgermeister. - Zurück zu weiteren Siegern: Brigitte Kowall aus Offenbach gewann das Schnellschreiben, Alice Kettner, Hannover, das Perfektionsschreiben. Und Josef Stehling, Essen, taucht in der Ergebnisliste auf, zweiter Platz beim Kurzschriftschreiben nach internationalen Bedingungen, hinter Gunter-Georg Weber, Hannover.

 

Im Juli 1965 wurde der 26. Internationale Intersteno-Kongress in Paris veranstaltet. Erwähnenswert ist auch der 21. Deutsche Stenografentag in Berlin. Dort war insbesondere die Deutsche Stenografenjugend ungewöhnlich aktiv. In Paris bedankte sich Marcel Racine, Generalsekretär der INTERSTENO, bei der deutschen Landesgruppe. Er erinnerte an die Gründung, aber auch an die immer starke Förderung durch die Landesgruppe Deutschland. Sie habe stets an vorderster Stelle mitgearbeitet, er sei als Generalsekretär glücklich, mit dieser guten Organisation zusammen arbeiten zu können. Vom Kogress in Paris kehrten die deutschen Teilnehmer begeistert zurück. Das liebenswürdige Paris hatte schnell ihre ganze Zuneigung gewonnen. Es gab dort "elastische" Stühle und Tische - und das führte zum Schwanken schwerer Schreibmaschinen, deshalb war großer Bedarf an Holztischplatten und Holzkeilen. Es war der erste Kongress nach Mailand, wo eine große Hitze die Schreiber belästigte. Sigrid Lude gewann wieder, diesmal mit 683 Anschlägen/Min.; die Vorlage hatte gar nicht ausgericht, sie fing dann wieder von vorne an. Der Name eines 18-jährigen erscheint, Harald Prochnow, Berlin-Steglitz - auch bei der Kurzschrift ist er dabei. Die Perfektion gewann eine Türkin, Ece Ötzbayrak, Brigitte Kolbeck aus Zwickau wurde Zweite. Manfred Kehrer gewann im dritten Stenografie-Wettbewerb zum dritten Mal.

 

Generalsekretär blieb Marcel Racine, Fritz Büttner wurde zum Vizepräsidenten gewählt. Präsident wurde Konrad Jahn aus Kopenhagen, wo der nächste Kongress hätte sein sollen. Übrigens, den Namen Waltraut Dierks habe ich auch in der Ergebnisliste (auf IBM 72) gefunden. - Das Zentralkomitee bezeichnet die finanzielle Lage der Föderation als gut, da die Arbeit der Funktionäre - Präsident, Generalsekretär, Präsidenten und Mitglieder der Jury, Organisationskomitee - ehrenamtlich erfolgt und auch von der jeweiligen
Landesgruppe unterstützt wird.

Die obligatorische Mitgliederversammlung wurde 1965 mit Berichten über Berlin und Paris durchgeführt. Der Mitgliedsbeitrag, seit zehn Jahren unverändert, wurde etwas angehoben. Dr. Schneider, Darmstadt, schied als Rechnungsführer aus, es rückte Fritz Simons nach. Sonst änderte sich nichts.Das Zentralkomitee tagte in Weimar und befasste sich auch mit dem Kongress in Paris (557 Teilnehmer), der einen erheblichen Unterschuss hatte. Auch wurden Änderungen im Reglement beschlossen, u. a. eine Änderung der Fehlergrenze beim Maschinenschreiben und der Rangordnung. Es wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit der Frage zu befassen hatte, ob ein Weltmeistertitel in Kurzschrift vergeben werden kann.

 

Der Kongress in Kopenhagen kam dann doch nicht zustande. Die Schweiz mit der interessanten Stadt Bern sprang ein, der Termin blieb. Das Treffen war dann im Juli 1967. Sigrid Lude gewann zum dritten Mal. 709 Anschläge/Min. erreichte sie im Schreiben auf elektrischer Schreibmaschine. Perfektion: Es gewann Brigitta  Kolbeck aus der DDR. Harald Prochnow rückte weiter vor. Man unterschied übrigens nach vollelektrischen und mechanischen oder nur teilweise elektrischen Schreibmaschinen. In der letztgenannten Kategorie finden sich ganz vereinzelt deutsche Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Den Kurzschriftwettbewerb in deutscher Sprache gewann Dietrich Lepski aus der DDR. 136 Teilnehmer stellte die deutsche Landesgruppe und war damit wiederum die stärkste. Neuer Präsident wurde Zygmund Böttcher, Warschau. Neu aufgenommen wurde als 22. Landesgruppe Schweden. Herr Hähnel hatte übrigens einen Vorschlag zum Thema Weltmeistertitel in Kurzschrift eingereicht: Er schlug einen Originaltext in englischer Sprache vor, der dann in die verschiedenen Sprachen erst zwei Tage vor dem Wettschreiben am Kongressort (!) übersetzt werden soll.

 

1968 feierte der Deutsche Stenografenbund seinen 100. Geburtstag - im Rahmen des 22. Deutschen Stenografentages in Karlsruhe/Ettlingen. Am 20. Juni wurde in einer Feierstunde der Kultusministerkonferenz in Bonn die neue Urkunde der  Deutschen Einheitskurzschrift (Wiener Urkunde) vorgestellt. Vorgestellt wurde in diesem Jahr auch das Programm für den 28. Kongress in Warschau im Jahre 1969. Die Stuttgarterin Sigrid Lude errang dort ihre 4. Weltmeisterschaft im 30-Minuten-Schnellschreiben auf IBM. Sie erzielte 716 Anschläge/Min. Harald Prochnow wurde Dritter. Die Weltmeisterin (Jugend) Brigitte Redmann kam vom Stenografenverein Marl. Am Rande: Gertrud Thaumüller war die einzige Teilnehmerin aus der Bundesrepublik Deutschland, die auf einer mechanischen Schreibmaschine schrieb und sowohl im Schnellschreiben als auch im Perfektionsschreiben erfolgreich war. Dietrich Lepski war zum zweiten Mal Sieger in der deutschen Sprachengruppe. Es gab übrigens einen Versuchswettbewerb (es gab noch nicht mal Urkunden - in Kurzschrift): Jeweils drei Teilnehmer eines Landes schrieben in ihren Sprachen den gleichen Text nach internationalen Bedingungen. Niedrigste Geschwindigkeit: 250 Silben. Wie das dann ausgegangen ist? Das wurde streng geheim gehalten. Vorträge gab es auch, in der DStZ schreibt Heinrich Strucken aus Essen: Ein höheres Niveau sollte man schon anstreben und nicht soviel Geschichtliches bringen - mehr auf die Zukunft sollten die Vorträge ausgerichtet sein. Das kommt einem rgendwie auch heute noch aktuell vor für manche Vorträge und  Zeitschriften-Beiträge. In den Ergebnislisten habe ich übrigens Josef Stehling im "Maschinenschreiben" gefunden. Er schrieb auf Olivetti, 52. Platz. Und auf Platz 53? Waltraut Dierks auf IBM.

Bei der Zentralkomitee-Sitzung im Mai  1970 in Salzburg wurde dann auch wieder besprochen, dass ein Versuchswettbewerb in Kurzschrift - Ermittlung eines Kurzschriftweltmeisters - beim Kongress im Juli 1971 in Brüssel stattfinden möge. Die Diskussionen um einen/eine Kurzschriftweltmeister/-weltmeisterin ziehen sich wie ein roter Faden durch die Fachzeitschriften. In der DStZ findet sich dazu ein interessanter Beitrag. Hier sind die Faktoren aufgelistet, die eben nicht für alle Teilnehmer gleich seien: Verschiedene Übersetzungen - verschiedene Schwierigkeiten; unterschiedliche Längen des gleichen Textes; unterschiedliche Ansager; nicht dieselben Räumlichkeiten; selbst in den Landessprachen unterschiedlich sprechende Ansager. Aber das war 1970...

 

1971 trafen sich die Stenos und Tastenflitzer (solche flapsigen Bezeichnungen gab es damals natürlich noch nicht) in der EWG-Stadt Brüssel. Aus der DDR waren leider wegen Visumsproblemen keine aktiven Schreiberinnen und Schreiber bei der WM. Josef Stehling wurde mit 470 Silben bester deutscher Stenograf, Harald Prochnow Weltmeister im 30-Minuten-Schnellschreiben, Rita Pudelko aus Rodalben wurde Jugendweltmeisterin. Besonders gelobt wurde Josef Stehling, der einen sehr schwierigen Text so gut übertragen hatte.

 

Deutschland war mit 159 Teilnehmern in Brüssel: Spitze! Wieder findet sich in den Berichten herzlich wenig über den Versuchswettbewerb, lediglich ein Hinweis, dass sich die Deutschen gut behauptet hätten. Bundespräsident Heinemann empfing am 2. September 1971 in seinem Dienstsitz in der Villa Hammerschmidt die Siegerinnen und Sieger. Er erkundigte sich auch nach den Sorgen und Nöten der stenografischen Organisation und Fritz Büttner nannte sie. Im November traf sich die Landesgruppe in Kassel. Schriftfreund Körner zeigte Farbdias über Brüssel. 

 

Am 11. August 1972 starb Dr. Willy Kratzsch am Kaffeetisch  seines Sohnes in Eckernförde, er hatte den Heimweg von der Sitzung des Zentralkomitees in Kopenhagen dort unterbrochen. Ein schwerer Verlust für die  Intersteno (Gründungsmitglied) und deren Förderer. Marcel Racine hatte ihm in Kopenhagen ausdrücklich für seine in der Stille sich vollziehende positive und konstruktive Mitarbeit gedankt. Fritz Büttner, der in diesem Jahr zehn Jahre Vorsitzender des DStB war, schrieb: "Dr. Kratzsch bleibt uns wie sein Vater unvergessen."

 

In Kopenhagen wurde der Ablauf des für 1973 geplanten Kongresses in Valencia festgelegt. Der fand dann Ende Juli statt. Es war der 30. INTERSTENO-Kongress. Die Westdeutschen waren wieder sehr erfolgreich, ostdeutsche aktive Schreiber waren nicht dabei. Josef Stehling gewann den Wettbewerb in der deutschen Sprachengruppe und Bernhard Gremmer, Landshut, wurde Jugendweltmeister mit 410 Silben, Rita Pudelko Jugendweltmeisterin im Schnellschreiben. Und über Heinz Lohfeld, "Weltmeister bei den Ansagen", sagte jedenfalls Marcel Racine: "Seine Ansagen bis 500 Silben sind einmalig." Er, Heinz Lohfeld, meinte übrigens, dass dieser Text in Valencia der schwierigste gewesen sei, den er bis dahin zu diktieren gehabt habe. Wolfgang Behm, der heutige Leiter des Stenographischen Dienstes des Deutschen Bundestages, steht auch in der Siegerliste. Auf der elektronischen Schreibmaschine gewann die Österreicherin Johanna Steinhauser, was viel Freude nsbesondere natürlich bei unseren österreichischen Freunden auslöste. Weltmeisterin im Maschinenschreiben bei der Perfektion wurde Gabriele Monath (555 Anschläge/Min., 0 Fehler). Die Bundestagspräsidentin Annemarie Renger, sie ist seit einigen Jahren Mitglied im DStB-Kuratorium, empfing die Sieger und einige Funktionäre im Bonner Bundeshaus.

 

Im November 1973 wurde eine Arbeitstagung in Hannover durchgeführt, es ging viel um organisatorische Fragen nach dem Kongress in Valencia. Erneut wurde über einen Wettbewerb gesprochen, bei dem versucht werden sollte, die Schwierigkeiten der verschiedenen Sprachen bei einem Stenowettbewerb zu überwinden. Hierbei wurde Dr. Gutzler gebeten, bis zu den nächsten satzungsmäßigen Wahlen die Geschäfte des Generalsekretärs wahrzunehmen. Rechner Günther Krumm legte einen ausgeglichen Finanzbericht vor. Der Kongress 1974 soll im Juli in Budapest sein.

 

In der DStZ finden sich zwei bedeutende Beiträge, einer davon: "Neuer INTERSTENO-Wettbewerb in Kurzschrift" (Nr. 11/1974). In Budapest soll es zwei gleichberechtigte Leistungsschreiben geben (traditionelles Wettschreiben) und ein sogenannter Internationaler Wettbewerb nach dem Pronzip des "Vergleichs stenografischer Leistungen in verschiedenen Sprachen auf der Grundlage des Informationsgehaltes" (Vergleichswettbewerg; DStZ 2/1974). Leicht scheint das nicht zu werden; allein neun Seiten in der DStZ erläutern die Planungen dieses Wettschreibens. - Im Dezember 1972 starb Dr. Aloys Kennerknecht, im April 1973 Heinrich Grimm jun., beide bedeutende und wichtige Persönlichkeiten und Befürworter der INTERSTENO. Am Rande, auch ein Bundesjugendschreiben wurde ab 1973 durchgeführt, das es bis heute gbit, und das in diesem Jahr wieder eine deutliche Steigerung der Teilnehmerzahlen (2004: rund 18.000 Teilnehmer) zu verzeichnen hat.

Die Generalversammlung der Landesgruppe am 1. Dezember 1974 in Kassel brachte ein
Revirement im Präsidium und die Verabschiedung einer neuen Satzung.  Präsident wurde Willy Kühnel, seither Vizepräsident, Fritz Büttner wurde Vizepräsident. Es wurde von den seiterigen Gepflogenheiten abgewichen. Der Präsident des DStB war nun nicht mehr auch Präsident der Intersteno-Landesgruppe. Generalsekretär wurde Dr. Karl Gutzler, Schatzmeister Günther Krumm. Beisitzer: Hans Bonn, Horst Fisch und Gerhard Meinel. Das Statut wurde in mehreren Punkten geändert und an die "Entwicklungen der Zeit" angepasst. Der Zeitraum zwischen den Generalversammlungen wurde auf ein Jahr (von bis dahin drei Jahren) gekürzt, um den Mitgliedern einen stärkeren Einfluss zu geben. Der Vorschlag, das Präsidium auf zwei Jahre zu wählen, wurde abgelehnt. Ausschüsse wurden gebildet für Kurzschrift und Maschinenschreiben, sie sollen sich mit Problemen befassen, die sich auf beiden Gebieten aus der internationalen Zusammenarbeit ergeben.

 

Der Kongress 1974 in Budapest hatte eine hervorragende Beteiligungsrate. Über 700 Anmeldungen lagen vor. Frau Proksch-Steinhauser aus Österreich verteidigte ihren Titel und gewann auch noch die Weltmeisterschaft im Perfektionsschreiben. Weitere Titel holten Liane Klein, Juniorenweltmeisterin im Perfektionsschreiben auf elektrischen Schreibmaschinen, und Günther Matheis, Juniorenweltmeister im Schnellschreiben auf elektrischen Schreibmaschinen. Den Sprachenwettbewerb - Deutsche Sprachengruppe - gewann Klaus Stiffel. Beim Internationalen Wettbewerb belegte Josef Hrycyk mit übertragenen 10 Minuten als bester Deutscher den 6. Platz. Aktive Schreiber aus der DDR waren einmal mehr nicht dabei. Bei der Generalversammlung im November 1975 in Würzburg befasste man sich eingehend mit den Reglements. Günther Krumm gab das Amt des Rechners an Wolf-Dietrich Krahn, Neumünster, ab. Im November 1976 tagte die Landesgruppe in Münster. Es waren sogar Gäste aus Holland dabei, an ihrer Spitze der Präsident Tijs Boon. Als Beisitzer schied Gerhard Meinel aus, Josef Stehling rückte nach. Die Generalversammlung sprach sich nach intensiver Diskussion dafür aus, dass gegen eine mögliche Teilnahme von Maschinenstenografen an Kurzschriftwettschreiben der INTERSTENO keine Einwendungen erhoben werden sollten. Ursächlich dafür war die Beitrittserklärung der amerikanischen Berufsstenografenorganisation National Shorthand Reporters Association zur internationalen Föderation. Harry Foster wurde Delegierter und
sollte nach zwei Jahren wechseln. Es kam nicht dazu. 1998 hat er dann Frau Koehler-Biggers zum ersten Male als offizielle Delegierte genannt. Geführt wird eine Diskussion um die Eröffnungsfeier bei den Kongressen, die Meinungen gehen auseinander, manche sind gegen die kurzen Reden der jeweils anwesenden Ländervertreter, andere finden das kurzweilig. Es ist in Hannover noch so verfahren worden, in Rom (2003) nicht mehr. Die Eröffnungsfeier in Rom war deswegen keineswegs kurzweiliger als die in Hannover (2001).

Der Kongress in Rotterdam: Welcher Meldung gebührt der erste Rang? Rekordbeteiligung: Hälfte aller erfolgreichen Wettschreiber in Kurzschrift und auf der Schreibmaschine aus der Bundesrepublik Deutschland; Jugendweltmeisterschaft und Jugendvizeweltmeisterschaft im Schnellschreiben und im Perfektionsschreiben auf der Schreibmaschine für Liane Klein und Birgit Zwing; Josef Hrycyk bester Stenograf in der deutschen Sprachengruppe und Dritter
in der internationalen Weltrangliste. Künftig wird es auch einen Wettbewerb mit Einsatz von Stenografiermaschinen und einen Mehrsprachenwettbewerb in Kurzschrift geben. Diese Zusammenfassung schrieb Horst Grimm in der DStZ. Sie umfasst das Wesentliche von diesem Kongress. Die deutsche Landesgruppe stellte 220 Teilnehmer. Das Rahmenprogramm war hervorragend. Heinz Helmholz stellte für die DDR die Bedeutung der Kongresse für die Völkerverständigung in den Vordergrund und überreichte dem Präsidenten ein Exemplar einer Neuerscheinung der Stenografischen Bibliothek Dresden mit einem Verzeichnis aller Kongresse seit 1887 und einen Katalog mit 560 Vorträgen, die auf diesen Kongressen gehalten worden sind. Aufgenommen wurden die Landesgruppen USA, Japan, Jamaika, und Frau Tomc wurde neue Präsidentin, was darauf hindeutete, dass der nächste Kongress in Jugoslawien, Belgrad, stattfinden wird. Die internationale Föderation ist inzwischen korrespondierendes Mitglied der UNESCO geworden. Im November traf sich die Landesgruppe in Braunschweig. Veränderungen im Vorstand gab es nicht. Präsident Willy Kühnel bedankte sich bei Karl-Heinz Steph für die gute geleistete Vorarbeit in der Zusammenarbeit mit Dr. Gutzler.

Bei der Sitzung des Zentralkomitees in Helsinki im Juni 1978 wurde die Landesgruppe Deutschland mit der Ausrichtung des INTERSTENO-Kongresses in Mannheim im Jahre 1981 beauftragt. Nach 20 Jahren - wir erinnern uns an Wiesbaden - wird wieder ein Kongress in unserem Lande durchgeführt. Der Deutsche Stenografenbund begrüßt den Beschluss und ist erfreut darüber. Im Oktober 1978 ging es bei der Gesamtvorstandssitzung in Bad Nauheim in erster Linie um die mit dem Kongress in Mannheim verbundene Finanzierung.

Vorher war noch der Kongress im Juli 1979 in Belgrad. Bei der Generalversammlung im November in Bad Nauheim war auch der Generalsekretär Marcel Racine mit seiner Frau Roselyne anwesend. Racine hob in einer bewegenden Ansprache die Verdienste der Deutschen Landesgruppe bei der Mitarbeit in der INTERSTENO hervor, insbesondere die maßgebende Rolle beim Aufbau der Intersteno und der Schaffung der Statuten und nannte die Namen Karl Rieser, Dr. Willy Kratsch und Dr. Fritz Haeger. Auch die gute Zusammenarbeit mit Fritz Büttner, Willy Kühnel und Dr. Karl Gutzler wird erwähnt. Racine drückte seine Anerkennung für die qualifizierte Zusammenarbeit mit der INTERSTENO aus. Deutschland stelle immer das größte Kontingent bei den Kongressen und er zweifle nicht an dem Erfolg des Kongresses 1981 in der Bundesrepublik Deutschland. Dr. Karl Gutzler berichtet über den Stand der Vorbereitungen des Kongresses in Belgrad, an dem aus Deutschland allein 232 Schreiberinnen und Schreiber teilnahmen. Sogar aus Australien waren Teilnehmer angereist. Im Sava-Center fanden alle Kongressveranstaltungen statt. Persönliche Kontakte kamen etwas zu kurz, hörte man. Liane Klein wurde Weltmeisterin im Perfektionsschreiben, Birgit Zwing Juniorenweltmeisterin. Dr. Dieter Lepski, DDR, gewann den internationalen Kurzschriftwettbewerb. Bei den Wettbewerben auf mechanischer Schreibmaschine war Gisela Ebersbach, zweimal die Erste.

 

Die Rodalbener wurden bei ihrer Rückkehr aus Belgrad begeistert empfangen. Mit drei Hubschraubenr landete das Team um Trainer Josef Buschina, und dann ging es im Triumphzug durch die Stadt, einschließlich Begleitung durch Spielmannszug und Reiterstaffel.

 

Bei der Generalversammlung am 18. November nahm die Vorbereitung des INTERSTENO-Kongresses 1981 in Mannheim breiten Raum ein. Insbesondere wurde auf das Zusammenstehen aller hingewiesen, nicht zuletzt um die schwierige Finanzierung sicherzustellen, da von staatlicher Seite nichts zu erwarten sei. Vormittags hatte Bundespräsident Karl Carstens erfolgreiche Schreiber beim Kongress in Belgrad  empfangen. Fritz Büttner war nicht mehr Vizepräsident und wurde für seine 17-jährige Tätigkeit vom amtierenden Präsidenten Kühnel besonders gelobt. Heinz Rosenkranz rückte nach.

Für den geplanten Kongress wurde viel Werbung gemacht, auch in der Zeitschrift der amerikanischen Berufsstenografen wurde geworben. Die Weltkugel als Sparbüchse geht von Veranstaltung zu Veranstaltung, wir haben sie beim Kongress in Hannover wieder eingesetzt. Bundespräsident Karl Carstens übernahm die Schirmherrschaft. Details zu den Wettbewerben: Elektronische Maschinen dürfen nur außer Konkurrenz eingesetzt werden. In Kurzschrift gibt es wieder den internationalen Wettbewerb mit den Kategorien A und B. Auch wird wieder ein Mehrsprachenwettbewerb angeboten. - Dr. Gutzler wünscht, dass aus Deutschland noch mehr als bisher teilnehmen sollten. In Belgrad hat schließlich nur eine einzige deutsche Teilnehmerin den Wettbewerb bestanden.

Am Rande: Hans Bonn (Westdeutscher Stenografenverband) stellte sein Amt als Verbandsvorsitzender nach 28 Jahren zur Verfügung. Nachfolger wurde Karl Wilhelm Henke. Nach Mannheim kamen Teilnehmer aus über 30 Ländern, geboten wurde ein attraktives Rahmenprogramm.


Nach 27 Jahren schied Marcel Racine aus, als Nachfolger wurde Dr. Karl Gutzler, Bonn, zum Generalsekretär gewählt. Der "Rosengarten" in Mannheim war Kongresszentrum. Im Maschinenschreiben waren 331 Wettschreiber aus 16 Ländern am Start. Weltmeisterin im Geschwindigkeitsschreiben auf elektrischen Maschinen wurde Gabriele Monath, Karlsruhe (683 Anschläge/Min.). Im Mehrsprachenwettbewerb siegte - wie in Belgrad - Manfred Kehrer, DDR, der in fünf Sprachen schrieb. Frau Fassnacht aus der Schweiz belegte hier Platz 3. 34 Teilnehmer hatte der Wettbewerb. Im Kurzschriftwettbewerb am stärksten vertreten war übrigens der Verein Dortmund 1864 mit 19 erfolgreichen Schreibern, ein Verdienst des rührigen Arthur Lux. Bei den Maschinenschreibern war es der VKMB Offenbach, der 21 erfolgreiche Schreiber stellte. 

 

Hauptinhalt der Generalversammlung im November in Lüneburg war naturgemäß der Mannheimer Kongress, der ohne finanziellen Verlust abgeschlossen werden konnte; es war übrigens ein hübsches Sümmchen übrig, von der die Landesgruppe noch einige Jahre zehren konnte. Willy Kühnel gab sein Amt auf, für Dr. Gutzler musste ein Nachfolger gefunden werden, da er in Mannheim Generalsekretär der INTERSTENO geworden war. Willy Kühnel wurde Ehrenpräsident und Dr. Gutzler Ehrenmitglied. Neuer Präsident der Landesgruppe wurde Friedrich-Ludwig Klein, Bonn, Generalsekretär Harald Prochnow, Oestrich-Winkel. Bei "Dalli Dalli" traten die Schreibmaschinen-Weltmeisterinnen Gabriele Monath und Ilse Panthier (Perfektion) aus Österreich in dieser beliebten Fernsehshow mit Hans Rosenthal auf. Die besten jugendlichen Stenografen aus den Vereinen Dortmund und Goslar wurden von Bundespräsident Karl Carstens in Bonn empfangen.

Das Zentralkomitee tagte im Jahre 1982 in Wien. Es wird kein Unterschied mehr gemacht zwischen Handkurzschrift und Maschinenkurzschrift. Der seither übliche englische Basistext soll künftig wechseln. Für 1983 soll es einen deutschen Basistext geben.

Elektrische und elektronische Schreibmaschinen werden in einer Liste erfasst. Etwaige Korrektureinrichtungen brauchen nicht mehr ausgebaut zu werden (ging auch gar nicht bei vielen Maschinen). Nachträgliche Korrekturen gelten immer noch als Fehler (auf Doppelbogen war zu schreiben) und Schreibmaschinen mit Speichereinrichtung werden nicht zugelassen.

 

Im Oktober 1982 feierten die japanischen Stenografen das hundertjährige Bestehen ihrer Kunst: das System Takusari. Dr. Haeger nahm als Ehrenpräsident für die Intersteno an der Feier teil. Übrigens war ein Jahr zuvor der Darmstädter Stenografenverein mit 32 Personen in der Volksrepublik China zu Besuch. Es kam dabei auch zu Kontakten zu Stenografen, wobei die Möglichkeit einer Mitgliedschaft in der Intersteno zur Sprache kam. Und einige Jahre später war es tatsächlich so weit, die Landesgruppe China wurde in Istanbul in die INTERSTENO aufgenommen. Ein großes Ereignis für den Nestor der chinesischen Stenografen Prof. Tang Ya Wei, der im Mai 2004 seinen 90. Geburtstag feierte, wobei man wissen muss, dass der Tag der Geburt in China mitgezählt wird. Er ist 1915 geboren. In Istanbul war er dabei und mancher wird sich erinnern, dass er dort auch gesprochen hat. Er hat es als einen Höhepunkt in seinem stenografischen Leben gesehen.

 

Interessant auch eine Seite in der DStZ, wonach schon am 15. Mai 1938 ein internationaler Stenografiewettbewerb in Budapest stattgefunden hat. Die Vorkriegskongresse beinhalteten keine Wettbewerbe. In der deutschen Jury saßen u. a. Max Baier, Dr. Willy Kratsch, Karl Levasseur. Sieger wurde damals ein Ungar mit 420 Silben und nur neun Fehlerpunkten. Deutsche Mannschaftsmitglieder waren u. a. Oskar Kämmer und Georg Paucker. Kämmer war der Beste und erhielt einen Sonderpreis. Der Kongress 1983 wird im Juli in Luzern durchgeführt. Weltmeisterin sowohl im Geschwindigkeitsschreiben als auch in der Perfektion wurde Gabriele Monath (Berlin), Jugendweltmeisterin Nicole Buschina, und in der 10-Minuten-Perfektion gewann Gabi Preiß (beide Rodalben). In der Kurzschrift fielen die ersten drei Plätze an Schreiber auf Stenografiermaschinen. Bester Handstenograf war Josef Hrycyk, Hamburg. Beim internationalen Kurzschrift-Wettbewerb belegten bei den Junioren drei Deutsche die ersten Plätze: Frank Pohl, Stephanie Miera und Annette Betz. Den Mehrsprachenwettbewerb gewann Losa Huguette (Schweiz), Heike Schnier bei den Junioren. Bei der Delegiertenversammlung wurde der nächste Kongress - in Sofia - beschlossen. Friedrich-Ludwig-Klein übernahm die Organisation der Kongresssitzungen. Marcel Racine wurde Ehrenpräsident und der über 80-jährige André Morard, Monaco - Sie erinnern sich, er hatte den ersten Kongress mit Maschinenschreibwettbewerb organisiert -, wurde Ehrenmitglied. Dr. Gutzler schlug vor, die Rechtsfähigkeit der INTERSTENO durch Eintragung in das Vereinsregister in Bonn zu erreichen mit Sitz und Gerichtsstand in Bonn. Korea wird aufgenommen. In Luzern waren 287 Teilnehmer aus der Bundesrepublik Deutschland und 8 aus der DDR. Die nächst stärkere Gruppe waren die Amerikaner mit immerhin 79 Teilnehmern. Rodalben feierte wieder seine Weltmeister, die Teilnehmer und seinen Meistertrainer Josef Buschina.

 

Im Jahre 1983 verloren die Stenografen Willy Kühnel, er wurde 74 Jahre alt und war fast 60 Jahre mit Leib und Seele Stenograf, und Fritz Büttner starb im Alter von 74 Jahren. Er war von 1962 an 18 Jahre Lang Präsident des Deutschen Stenografenbundes - was schrieb Josef Charlier in der DStZ? "Man stirbt nicht, wenn man in den Herzen der Menschen weiterlebt, die man verlässt." Die Generalversammlung im November in Bayreuth stand im Wesentlichen im Gedenken an die beiden verstorbenen ehemaligen Präsidenten. Das Zentralkomitee tagte im Mai in der CSSR. Friedrich-Ludwig Klein, Ehrenpräsident Dr. Haeger und der Generalsekretär der INTERSTENO, Dr. Karl Gutzler, nahmen teil. Hauptberatungspunkt: der Kongress im Jahre 1985 in Sofia. Es wurden wieder mal andere Kategorien bei den Schreibmaschinen gebildet. Mechanische, elektrische und elektronische Maschinen und elektronische Maschinen mit Speicher. Inhaltlich gleicher Text, Basistext deutsch. Die Deutschen hatten vorgeschlagen, die Übersetzungen des Basistextes für Kurzschrift unmittelbar vor dem Kongress am Ort vorzunehmen. Das wurde abgelehnt, es blieb bei der rechtzeitigen Übersetzung des Textes in den jeweiligen Ländern. Der Antrag der Schweiz, wieder getrennte Listen für Hand- und Maschinenstenografen zu führen, wurde angenommen.

 

1984 tagte die Landesgruppe in Bremen. Hans Bonn wurde zum Ehrenmitglied gewählt, der in diesem Jahr auch mit der Verdienstplakette des DStB ausgezeichnet wurde. Er war einer der Stenografen, die mir immer in Erinnerung bleiben werden, humorvoll und offen und immer mit Einsatz für die Jugend, da konnte man sich richtig auf ihn verlassen. - In Österreich gab Prof. Wilhelm Zorn sein Amt an Friedrich Baumgartner ab. Der Österreicher Prof. Zorn hatte sogar das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

Harald Prochnow setzt sich in der DStZ dafür ein, das Korrigieren beim Maschinenschreiben zuzulassen. Er stellte einen Antrag an die Landesgruppe, den die Generalversammlung akzeptierte bei ihrer Tagung im November 1985 in Bad Kreuznach.

 

Frau Inge Zimmermann aus Hamburg schrieb einen herzlichen stimmungsvollen Bericht in der DStZ über den Kongress in Bukarest, zu dem rund 100 Teilnehmer aus der Bundesrepublik Deutschland gekommen waren. Sie bemängelte die mangelnde Würdigung der Leistungen. Doppel-Weltmeisterinnen wurden jedenfalls Gabriele Monath und Nicole Buschina, in Sofia gerade 18 Jahre alt geworden, bei den Junioren. Eine Bronzemedaille holte Frau Erika Just. - "Auf Wiedersehen in Florenz" schreibt Frau Zimmermann am Schluss des so informativen Berichts. Die Rodalber feierten wieder und Bundeskanzler Helmut Kohl übermittelte auch einen Glückwunsch an die Trainer-Tochter Nicole. 

 

1986 war dann der große Deutsche Stenografentag in Darmstadt. Heinz Rosenkranz gab sein Präsidentenamt ab und neuer DStB-Präsident wurde im Mai der viele Jahre dem Präsidium angehörende Gregor Keller. Das Zentralkomitee der INTERSTENO tagte in Brügge, um den Kongress in Florenz vorzubereiten. Dr. Gutzler will keine Trennung der Ergebnislisten in Hand- und Maschinenstenografie, Junioren erhalten eine eigene Liste, auch die Jugendlichen. Wenn ein jugendlicher Teilnehmer in einer Kategorie eine höhere Gesamtpunktzahl erreicht als ein Erwachsener, wird der betreffende Senioren-Weltmeistertitel nicht vergeben. Damals war Nicole Buschina schon besser als die erwachsenen Superschreiber. Die deutsche Generalversammlung war im November in Wolfenbüttel. Es wurden Arbeitsgruppen zur Vorbereitung auf den nächsten Kongress angeboten. Harald Prochnow stellte die Umstellung auf elektronische Schreibmaschinen in seinen Trainingsmittelpunkt. Heinz Rosenkranz stellte sein Vizepräsidentenamt zur Verfügung für den neuen Präsidenten des DStB Gregor Keller. Erwähnt sei auch, dass Horst Fisch für Florenz äußerst günstige Unterkunftspreise erreicht hatte.

Im Juli 1987 fand dann in Florenz der INTERSTENO-Kongress statt. Die Schönheit dieser Stadt und ihrer Gebäude zog alle in ihren Bann. Man feierte auch 100 Jahre Kongresse. Nach 1926 und 1957 traf man sich zum drittel Male in Italien. Herausgefunden hatte man auch, dass zum ersten Kongress vor 100 Jahren in London 135 Teilnehmer aus immerhin elf Ländern gekommen waren. Jetzt geht man von rund 1000 Teilnehmern aus allen Kontinenten und den 23 Landesgruppen aus. Über 200 kamen jedenfalls aus Deutschland. Dr. Gutzler wurde einstimmig wieder zum Generalsekretär gewählt und eröffnete auch die fachlichen Sitzungen mit einem Rückblick, aber auch Ausblick und wies darauf hin, dass insbesondere die Kurzschrift der Hilfe und Unterstützung bedarf. Indien und Indonesien wurden aufgenommen. Beanstandet wurde, dass die Ergebnislisten bezahlt werden mussten. Weltmeister wurde in Kategorie A (ohne Korrektureinrichtung) Gabriele Monath, Carmen Hess bei den Junioren und Nicole Buschina (Kategorie B mit Korrektureinrichtung). Manfred Kehrer wurde Weltmeister im Mehrsprachen-Wettbewerb. Er schrieb hervorragend und stenografierte in acht Sprachen. - Die Herbsttagung fand in Regensburg statt.


Der Empfang im altehrwürdigen Rathaus durch die Stadt wird unvergessen bleiben. Regensburg ist immer eine Reise wert nicht nur wegen seines so aktiven Stenografenvereins. Damals hatte der unvergessene Markus Adam das Treffen mit Wolfgang Klein gut vorbereitet.

 

Ende Juni 1988 fand auf Einladung der schwedischen Landesgruppe die Sitzung des Zentralkomitee im Gebäude des schwedischen Reichstages in Stockholm statt. Die Wertschätzung, die das Parlament den Stenografen entgegenbrachte, ist auch bei einem Essen, das der Präsident des schwedischen Reichstags, Bengtsson, gab, zum Ausdruck gekommen. Hauptberatungspunkt war der nächste INTERSTENO-Kongress in Dresden im Jahre 1989. Anwesend waren Dr. Hans Störel, Präsident, Heinz Helmholz, Mitglied im Zentralkomitee und Sekretär der Gesellschaft für Stenografie und Maschinenschreiben der DDR, und Frau Karin Steglitz. Sie berichteten vom erfolgreichen Verlauf der Vorbereitungsarbeiten. Das Kongressprogramm wurde für gut geheißen, es glich im Großen und Ganzen dem der vorangegangenen Veranstaltungen.

Es lagen einige Anträge vor, die auch abgesegnet wurden: Der internationale Wettbewerb für Stenografie wird künftig als Weltmeisterschaft in Stenografie bezeichnet (nur in der Meisterklasse). Auch der beste Jugendliche in der Meisterklasse führt diesen Titel. Ist da niemand erfolgreich, erhält der beste Jugendliche in der Praktikerklasse den Titel. Die Sieger im Mehrsprachenwettbewerb bekommen ebenfalls den Weltmeistertitel in Mehrsprachenstenografie bzw. Jugendweltmeister, wenn sie in mindestens drei Sprachen erfolgreich waren. Ein Versuchswettbewerb wird eingerichtet: Kombination - nach dem Vorbild der Deutschen Meisterschaften. Der Sieger soll nicht als Kombinationsweltmeister, sondern als Kombinationsmeister bezeichnet werden. Es wird wieder getrennte Ranglisten bei Hand- und Maschinenstenografen geben, und der seit 1983 bei jedem Kongress vollzogene Wechsel wurde fortgesetzt - auch eine Kontinuität.

Es gab noch einige kleinere Änderungen im Reglement, so "die Benutzung des eigenen Wörterbuches ist gestattet" und nicht "die Benutzung des Wörterbuches ist gestattet". Koordinator für die deutsche Sprache ist wieder Rudolf Seifert aus Österreich. Die Schweiz hatte übrigens vorgeschlagen die Kategorie mechanische Maschinen wegfallen zu lassen. Da gab es Bedenken und die Schweiz zog ihren Antrag zurück. Auch der Versuch, daneben alle anderen Maschinen in einer einzigen Kategorie zusammenzufassen, scheiterte. Ob zukünftig Personalcomputer eingesetzt werden, war auch fraglich. Es wurde eine Arbeitsgruppe gebildet. Horst Fisch vertritt unsere Landesgruppe. Friedrich-Ludwig Klein ist wieder für die Kongressitzungen verantwortlich.

Und wirklich ganz am Rande, die siebenjährige Melanie Schiegl aus Obertshausen nimmt an den Hessenmeisterschaften in Marburg teil und schreibt in 10 Minuten 984 Anschläge mit nur einem Fehler. Ihr besonderes Hobby: Schildkröten füttern.

 

1988 war ein sehr interessantes und erfolgreiches Jahr. Der Deutsche Stenografenbund feierte sein 120-jähriges Bestehen im Bundeshaus in Bonn u. a. mit Vorträgen von Prof. Zubrod über den Nutzen der Stenografie unter ökonomischen Aspekten. Friedrich-Ludwig Klein, damals Leiter des Stenographischen Dienstes im Deutschen Bundestag, sprach über die Parlamentsstenografie im In- und Ausland. Die Resonanz aus der Politik, aber auch von unseren Freunden im Ausland auf diese Festveranstaltung war groß. Und zum Jahresabschluss waren wir in Regensburg aus Anlass des Geburtstages von Minister a. D. Dr. Schedl. Dabei war erstmals das Vorstandsmitglied der Pekinger Stenografen, Herr Berthold Gu, der über dieses Treffen in China berichtete und sich Zeit seines Lebens gerne daran erinnerte. Im August 1988 ernannten die chinesischen Stenografen Gregor Keller zu ihrem Berater.

Das Jahr 1989, in dem in aller Welt des genialen Kurzschrifterfinders Franz Xaver Gabelsberger anlässlich der 200. Wiederkehr seines Geburtstages gedacht wurde, brachte einerseits ungewöhnliche, andererseits herausragende, ja die Welt verändernde Ereignisse mit sich. Sie können und sollen im Zusammenhang mit der Intersteno nicht alle erwähnt werden, stellvertretend nur diese:

  • Feier in München, mit der Kranzniederlegung am Grabe Gabelsbergers,
  • Wiedereintritt des Stenographen-Zentralvereins Gabelsberger in München 1849 e. V. in den Bayerischen Stenografenverband und damit in den DStB,
  • erstes Bundespokalschreiben in Soest,
  • Deutsche Meisterschaften in Kurzschrift und Maschinenschreiben in Landshut/Ergolding mit Besuch von Minister Dr. Beckstein,
  • 125 Jahre Schreibmaschinen,
  • Herausgabe der Gabelsberger-Briefmarke
  • INTERSTENO-Kongress in Dresden.

Ein ganz und gar besonderes Jahr, das die deutsche Wiedervereinigung
brachte.

Der 38. INTERSTENO-Kongress vom 15. bis 21. Juli in Dresden, Gastgeber war die Gesellschaft für Stenografie und Maschinenschreiben der DDR unter der Schirmherrschaft von Margot Honecker, Minister für Volksbildung der DDR, wird allen, die dabei waren, unvergesslich bleiben. Dr. Störel und Dr. Gutzler hielten die Begrüßungsreden. Im repräsentativen Hygiene-Museum erfolgte die Siegerehrung.

Weltmeister in Kurzschrift wurde Manfred Kehrer. Er gewann auch den Mehrsprachenwettbewerb - stenografierte in 8 Sprachen.

Nicole Buschina wurde mit neuem Rekord Weltmeisterin auf elektronischer Schreibmaschine (772 Anschläge/Minute, Fehlerprozentsatz 0,043 %). Jugendweltmeister wurde Ulrich Schultes, Maschinenschreiben - Kategorie B (ohne Korrektureinrichtung) gewann Gabriele Monath (695 Anschläge/Minute). Bei der Jugend war Susanne König, DDR, ganz vorne. Kombinationsmeisterin wurde Maria Duckstein, bei der Jugend Ute Ischdons.


Über den Kongress in Dresden lag eine Fülle von Text- und Bildmaterial vor; nur ein Bruchteil davon konnte in der DStZ veröffentlicht werden. Interessante Berichte von Silvia Schulte, damals 15 Jahre, und ihre Erlebnisse bei der Jugendbegegnung, der Disco und des festlichen Abends, von dem sie offenbar begeistert war, und von Helga Protz über ihre Besuche bei der Stenografischen Bibliothek in der Sächsischen Landesbibliothek, damals Dr.-Rudolf-Friedrichs-Ufer 2, und bei der freundlichen Frau Ingrid Geßner - all dies ist auch heute noch lesenswert. Und es gab und gibt Raritäten für Briefmarkensammler, die Gabelsberger-Briefmarke mit dem Dresdner Sonderstempel; die freundlichen Damen von der Post im Kulturpalast waren hinsichtlich Sonderstempelwünschen gar nicht pingelig.

 

Die Landesgruppe traf sich wieder im Oktober in Fulda. Man bedankte sich bei der Deutschen Stenografenjugend, die es ermöglicht hatte, beachtliche Zuschüsse für die Reise nach Dresden zu bekommen, was die Reisekosten günstig gestaltete. Helmut Körner zeigte Dias von der DM und der WM, erhielt dafür viel Beifall. Generalsekretär Harald Prochnow gab sein Amt ab, Nachfolger wurde Josef Stehling; Maria Duckstein wurde neue Beisitzerin. Ein Antrag von Karl Wilhelm Henke, eine Weltmeisterschaft in der Kombination zu veranstalten, wurde zurückgestellt bis weitere Erfahrungen vorlagen, und dem Antrag der Spandauer, eine Mindestpunktzahl zur Erreichung des WM-Titels (Erwachsene 20.000; Jugendliche 16.000) festzulegen, wurde nach eingehender Begründung durch Harald Prochnow zugestimmt.

9. November 1989; Mauer und Stacheldraht trennen die Deutschen nicht mehr! Beim 28. Deutschen Stenografentag in Bad Neuenahr-Ahrweiler/Sinzig/Remagen/ im Mai 1990 wird zum ersten Mal ein eigenständiger PC-Wettbewerb durchgeführt, und es sind erstmals Wettschreiberinnen und Wettschreiber aus der noch bestehenden DDR dabei. Georg Preuß bedankte sich mit bewegten Worten für die Einladung durch den DStB. Am 3. Oktober 1990, nach 41 Jahren Trennung, wird mit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland die Vereinigung der beiden deutschen Staaten vollzogen. Bei der Akademietagung im Mai 1990 in Rinteln setzten sich GSM-Präsident Dr. Hans Störel und DStB-Präsident Gegor Keller zusammen und vereinbarten ein Treffen, um über künftige mögliche gemeinsame Aktivitäten zu sprechen. Dieses Treffen fand dann auch im Juli in Ostberlin statt. Das Zentralkomitee tagte in Pula, es ging um den Kongress im Jahre 1991 in Brüssel - und mal wieder um die Finanzen. Über die Finanzierung des Kongresses in Dresden konnte Dr. Störel keine Auskunft geben, der Staat hatte da wohl sehr stark geholfen. Neu in Brüssel: Es wird nicht mehr nach Geschwindigkeits- und Perfektionsschreiben unterschieden. Die Punktzahl wurde so festgelegt, wie von der deutschen Landesgruppe gewünscht. Es gibt ein Versuchsschreiben auf dem Computer. Ins Auge gefasst werden sollte ein Wettbewerb "Textverarbeitung mit Autorenkorrekturen"; eine Kommission mit Horst Fisch wurde beauftragt, für den nächsten Kongress ein Reglement vorzulegen.

 

Die deutsche Landesgruppe traf sich im Oktober in Langen/Hessen. Vertreter der GSM konnten wegen einer gleichzeitig stattfindenden Veranstaltung in Leipzig nicht teilnehmen. Aber es gab doch einige Stimmen über die Schwierigkeiten dort. Und abends erfuhr man durch ein Telefonat mit Leipzig, dass sich die GSM am 24. November auflösen und einen Ostdeutschen Stenografenverband gründen will, der sich sowohl dem Deutschen Stenografenbund als auch der Intersteno-Landesgruppe anschließen wolle. Bei den Wahlen gab es keine Veränderungen.

 

1988 war ein sehr interessantes und erfolgreiches Jahr. Der Deutsche Stenografenbund feierte sein 120-jähriges Bestehen im Bundeshaus in Bonn u. a. mit Vorträgen von Prof. Zubrod über den Nutzen der Stenografie unter ökonomischen Aspekten. Friedrich-Ludwig Klein, damals Leiter des Stenographischen Dienstes im Deutschen Bundestag, sprach über die Parlamentsstenografie im In- und Ausland. Die Resonanz aus der Politik, aber auch von unseren Freunden im Ausland auf diese Festveranstaltung war groß. Und zum  Jahresabschluss waren wir in Regensburg aus Anlass des Geburtstages von Minister a. D. Dr. Schedl. Dabei war erstmals das Vorstandsmitglied der Pekinger Stenografen, Herr Berthold Gu, der über dieses Treffen in China berichtete und sich Zeit seines Lebens gerne daran erinnerte. Im August 1988 ernannten die chinesischen Stenografen Gregor Keller zu ihrem Berater.

 

Das Jahr 1989, in dem in aller Welt des genialen Kurzschrifterfinders Franz Xaver Gabelsberger anlässlich der 200. Wiederkehr seines Geburtstages gedacht wurde, brachte einerseits ungewöhnliche, andererseits herausragende, ja die Welt verändernde Ereignisse mit sich. Sie können und sollen im Zusammenhang mit der Intersteno nicht alle erwähnt werden, stellvertretend nur diese:

Feier in München, mit der Kranzniederlegung am Grabe Gabelsbergers,Wiedereintritt des Stenographen-Zentralvereins Gabelsberger in München 1849 e. V. in den Bayerischen Stenografenverband und damit in den DStB,erstes Bundespokalschreiben in Soest, Deutsche Meisterschaften in Kurzschrift und Maschinenschreiben in Landshut/Ergolding mit Besuch von Minister Dr. Beckstein, 125 Jahre Schreibmaschinen, Herausgabe der Gabelsberger-Briefmarke,INTERSTENO-Kongress in Dresden.

 

Der 38. INTERSTENO-Kongress vom 15. bis 21. Juli in Dresden, Gastgeber war die Gesellschaft für Stenografie und Maschinenschreiben der DDR unter der Schirmherrschaft von Margot Honecker, Minister für Volksbildung der DDR, wird allen, die dabei waren, unvergesslich bleiben. Dr. Störel und Dr. Gutzler hielten die Begrüßungsreden. Im repräsentativen Hygiene-Museum erfolgte die Siegerehrung. Weltmeister in Kurzschrift wurde Manfred Kehrer. Er gewann auch den Mehrsprachenwettbewerb - stenografierte in 8 Sprachen.

 

Nicole Buschina wurde mit neuem Rekord Weltmeisterin auf elektronischer Schreibmaschine (772 Anschläge/Minute, Fehlerprozentsatz 0,043 %). Jugendweltmeister wurde Ulrich Schultes, Maschinenschreiben - Kategorie B (ohne Korrektureinrichtung) gewann Gabriele Monath (695 Anschläge/Minute). Bei der Jugend war Susanne König,  DDR, ganz vorne. Kombinationsmeisterin wurde Maria Duckstein, bei der Jugend Ute Ischdons.

 

Über den Kongress in Dresden lag eine Fülle von Text- und Bildmaterial vor; nur ein Bruchteil davon konnte in der DStZ veröffentlicht werden. Interessante Berichte von Silvia Schulte, damals 15 Jahre, und ihre Erlebnisse bei der Jugendbegegnung, der Disco und des festlichen Abends, von dem sie offenbar begeistert war, und von Helga Protz über ihre Besuche bei der Stenografischen Bibliothek in der Sächsischen Landesbibliothek, damals Dr.-Rudolf-Friedrichs-Ufer 2, und bei der freundlichen Frau Ingrid Geßner - all dies ist auch heute noch lesenswert. Und es gab und gibt Raritäten für Briefmarkensammler, die Gabelsberger-Briefmarke mit dem Dresdner Sonderstempel; die freundlichen Damen von der Post im Kulturpalast waren hinsichtlich Sonderstempelwünschen gar nicht pingelig.


Die Landesgruppe traf sich wieder im Oktober in Fulda. Man bedankte sich bei der Deutschen Stenografenjugend, die es ermöglicht hatte, beachtliche Zuschüsse für die Reise
nach Dresden zu bekommen, was die Reisekosten günstig gestaltete. Helmut Körner zeigte Dias von der DM und der WM, erhielt dafür viel Beifall. Generalsekretär Harald Prochnow gab sein Amt ab, Nachfolger wurde Josef Stehling; Maria Duckstein wurde neue Beisitzerin. Ein Antrag von Karl Wilhelm Henke, eine Weltmeisterschaft in der Kombination zu veranstalten, wurde zurückgestellt bis weitere Erfahrungen vorlagen, und dem Antrag der Spandauer, eine Mindestpunktzahl zur Erreichung des WM-Titels (Erwachsene 20.000;  Jugendliche 16.000) festzulegen, wurde nach eingehender Begründung durch Harald Prochnow zugestimmt.

9. November 1989: Mauer und Stacheldraht trennen die Deutschen nicht mehr! Beim 28. Deutschen Stenografentag in Bad Neuenahr-Ahrweiler/Sinzig/Remagen im Mai 1990 wird zum ersten Mal ein eigenständiger PC-Wettbewerb durchgeführt, und es sind erstmals Wettschreiberinnen und Wettschreiber aus der noch bestehenden DDR dabei. Georg Preuß bedankte sich mit bewegten Worten für die Einladung durch den DStB. Am 3. Oktober 1990, nach 41 Jahren der Trennung, wird mit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland die Vereinigung der beiden deutschen Staaten vollzogen. Bei der Akademietagung im Mai 1990 in Rinteln setzten sich GSM-Präsident Dr. Hans Störel und DStB-Präsident Gregor Keller zusammen und vereinbarten ein Treffen, um über künftige mögliche gemeinsame Aktivitäten zu sprechen. Dieses Treffen fand dann auch im Juli in Ostberlin statt.


Das Zentralkomitee tagte in Pula, es ging um den Kongress im Jahre 1991 in Brüssel - und mal wieder um die Finanzen. Über die Finanzierung es Kongresses in Dresden konnte Dr. Störel keine Auskunft geben, der Staat hatte da wohl sehr stark geholfen. Neu in Brüssel: Es wird nicht mehr nach Geschwindigkeits- und Perfektionsschreiben unterschieden. Die Punktzahl wurde so festgelegt, wie von der deutschen Landesgruppe gewünscht. Es gibt ein Versuchsschreiben auf dem Computer. Ins Auge gefasst werden sollte ein Wettbewerb "Textverarbeitung mit Autorenkorrekturen"; eine Kommission mit Horst Fisch wurde beauftragt, für den nächsten Kongress ein Reglement vorzulegen.

Die deutsche Landesgruppe traf sich im Oktober in Langen/Hessen. Vertreter der GSM konnten wegen einer gleichzeitig stattfindenden Veranstaltung in Leipzig nicht teilnehmen. Aber es gab doch einige Stimmen über die Schwierigkeiten dort. Und abends erfuhr man durch ein Telefonat mit Leipzig, dass sich die GSM am 24. November auflösen und einen Ostdeutschen Stenografenverband gründen will, der sich sowohl dem Deutschen Stenografenbund als auch der Intersteno-Landesgruppe anschließen wolle. Bei den Wahlen gab es keine Veränderungen.

 

Im März 1991 feierte der Österreichische Stenografenverband seinen 40. Geburtstag. Friedrich-Ludwig Klein war dabei und überbrachte auch die Glückwünsche des DStB. Im Juli traf man sich dann zum Kongress in Brüssel. Zum ersten Male dabei auch Vertreter aus China und aus Uruguay, die Interesse an einer Mitgliedschaft in der Intersteno bekundeten. In nahezu allen europäischen Staaten gibt es INTERSTENO-Landesgruppen, in Deutschland seit der Wiedervereinigung nur noch eine, so steht es jedenfalls in der DStZ in dem Bericht über Brüssel. 18 Fachvorträge werden in Brüssel gehalten, darunter von drei deutschen Referenten: Friedrich-Ludwig Klein, H. Dieter Burkert und Karl Wilhelm Henke, dessen Thema lautete: Das Erlernen des Maschinenschreibens am Computer. Letzteres passte recht gut zum Kongress, wurde doch in Brüssel erstmals ein Computerwettbewerb durchgeführt, den Nicole Buschina bei den Erwachsenen und Michael Lehmann bei den Jugendlichen gewannen. Sie gewannen auch im Maschinenschreiben, und darüber hinaus holte Gabriele Monath den Titel beim Wettbewerb Maschinenschreiben, elektrische Maschinen ohne Korrektureinrichtung. Das Maschinenschreiben auf mechanischen Schreibmaschinen gab es auch noch, aus der Türkei und Indien (bei den Jugendlichen) kamen die Sieger. Wenn man sich überlegt, dass heute Computerspezialisten von Indien aus in die Welt ziehen...

 

In der Siegerliste Handstenografie habe ich Barbara Kijek entdeckt, die in der Kategorie B auf den ersten Platz kam. Einmal mehr wurde Manfred Kehrer Weltmeister in Fremdsprachenkurzschrift vor Ludmilla Novakova (CS) und Markus Böttcher (D)..

Auf große Zustimmung stieß am 27. Oktober die Bezeichnung "Landesgruppe Deutschland in der INTERSTENO". Mit einer Satzungsänderung beschloss die Versammlung, die beiden bisherigen Landesgruppen unter diesem Namen zu vereinigen. Dr. Störel wurde als 2. Vizepräsident ins Präsidium gewählt. Die Zahl der Beisitzer wurde erhöht, Rita Lehmann aus Luckenwalde wurde in den Vorstand berufen. In der DStZ schreibt Helga Protz, es war eine außergewöhnlich große Zahl von Mitgliedern in den Harzkurort am Bocksberg gekommen, endlich, wo doch früher diese unselige Mauer die Wahrnehmung gemeinsamer Interessen erschwerte. Eine Meldung am Rande: Weltmeisterin Nicole drückt die "Aus"-Taste. Sie hält damals den Weltrekord (ohne Kürzungstricks!) mit 813 Anschlägen/Minute. Josef Buschina, ihr Vater und Trainer ist traurig darüber. Sie hat auch Interstenogeschichte geschrieben. "Mit ihrer 'Harley' will sie zukünftig öfters durchs Land düsen".



1992 erscheint der 100. Jahrgang der Deutschen Stenografenzeitung. - Ab nach Kassel lautet die Devise, denn dort fanden die Deutschen Meisterschaften statt. Friedrich-Ludwig Klein schrieb ein Grußwort zur Vollversammlung der Westdeutschen Stenografenjugend: "Langschrift bedeutet für jeden geistig arbeitenden Menschen Zeitverschwendung." Der beliebte Präsident der Landesgruppe konnte das in gedruckter Form nicht mehr lesen. Am 21. Februar verstarb der langjährige Leiter des Stenographischen Dienstes im Deutschen Bundestag, Friedrich-Ludwig Klein, im 66. Lebensjahr. Wir waren geschockt. Ein liebenswerter toleranter Mensch, ein guter Freund war von uns gegangen. Am 3. März nahmen wir Abschied von ihm. Für die Stenografen sprachen Dr. Karl Gutzler und Gregor Keller bewegende Worte des Dankes.

 

Das Zentralkomitee traf sich im Mai bei Paris. Es ging um Entscheidungen für den Kongress 1993 in Istanbul. Der Organisator des Kongresses von Brüssel berichtete dem Zentralkomitee, dass die eingegangenen Mittel nicht ausgereicht haben, den Kongress zu finanzieren. Es wird einmal mehr deutlich, wie schwierig die Organisation eines Kongresses geworden ist. Die Türkei schaltete Profis zur Organisation ein. "VIP Tourismus" wickelte den Kongress ab, ein großer türkischer Reise- und Kongressveranstalter. Die Teilnehmergebühren sind beachtlich hoch: Kongresskarte von 180 bis 225 Dollar, Teilnahmegebühren 60 und 75 Dollar. Längere Diskussionen gibt es wieder zu den Reglements. Die Abschaffung "mechanische Maschinen" wird abgelehnt. Die Kategorie 3 nimmt auch Personalcomputer auf.

Die Maschinenschreiber erhielten vor Beginn der Wettschreiben ein Blatt Papier ausgehändigt, das sie auf ihren Maschinen testen konnten, damit es nicht zu Problemen wie in Brüssel kommt, denn dort wollten die Maschinen das zur Verfügung gestellte Papier nicht annehmen. Anträge der deutschen und italienischen Landesgruppe lagen vor, danach wurde eine Arbeitsgruppe beauftragt, Vorschläge für ein Reglement (Texterfassung, Autorenkorrektur) zu erstellen. Eine Kombinationsmeisterschaft Kurzschrift/Maschinenschreiben soll wieder, nach dem bisherigen Modus, durchgeführt werden. Cess van Beurden, Holland, soll die Kongresssitzungen organisieren, was seither Friedrich-Ludwig Klein getan hat. Die Landesgruppe tagte dann Ende des Jahres in Friedrichroda. Dr. Hans Störel wurde Präsident, Gregor Keller blieb Vizepräsident, zwei Vizepräsidenten werden nicht mehr für erforderlich gehalten.

Der Kongress im Juli 1993 führte in die europäisch-asiatische Stadt am Bosporus. Immerhin flogen 125 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum 40. Kongress in Istanbul. Nicht ganz risikofrei, meinte das Auswärtige Amt. Das bezog sich wohl eher auf den Autoverkehr. Stenoblock und Bleistift, das war gut. Weniger gut war das Werkzeug, die Schreibmaschine. Die kamen nicht immer spurenfrei dort an, aber mit Hammer und Meißel konnte man sie hin und wieder aus dem Flugzeug befreien. Die Vorbereitungen waren gut und die Menschen dort ungewöhnlich freundlich und außerordentlich hilfsbereit. Aus China waren unter der Leitung von Prof. Tang Ya Wei fünf Vertreter nach Istanbul gekommen. Die Landesgruppe China wurde in die INTERSTENO aufgenommen, die Landesgruppe Deutschland hatte die Vorarbeiten dazu geleistet, die auch dazu führten, dass in China wieder eine stenografische Vereinigung gegründet worden ist.

Sehr gut dort: Niemand fuhr ohne eine Teilnahmeurkunde nach Hause. Weltmeisterin in Handstenografie wurde Jutta Wichmann, Manfred Kehrer schrieb in 8 Sprachen und wurde Weltmeister, Boris Neubauer wurde übrigens mit 7 Sprachen Zweiter, das Maschinenschreiben gewann Gabriele Monath, Erika Just wurde Zweite, Sandra Deisroth gewann den PC-Wettbewerb für Jugendliche.

 

Bei der Generalversammlung in Mannheim Anfang Oktober wurde das Präsidium mit Dr. Hans Störel einstimmig wieder gewählt. Herr Gerhard Skups (Lüdenscheid) schildert in der DStZ auch die reizvolle Umgebung Mannheims. In der DStZ erscheint ein Beitrag aus der Zeitschrift Journal of Court Reporters Assocation "Intersteno in Istanbul" von Mrs. Lynn Brooks. Sie wirbt damit für die Teilnahme der Berufskollegen an Intersteno-Kongressen.

Die Generalversammlung 1994 findet Ende September in der Nähe von Luckenwalde statt. Eine dreistündige Kahnfahrt durch den Spreewald wird wohl unvergesslich bleiben. Man spricht sich gegen eine Namensänderung der Intersteno aus; "Interinfo" haben die Schweizer vorgeschlagen. Für den Kongress 1995 ist von Bedeutung, dass es nur noch zwei Kategorien beim Maschinenschreiben gibt: Schreibmaschinen mit Korrektureinrichtung und Personalcomputer, und in der anderen Kategorie die anderen einschl. der mechanischen Schreibmaschinen. Das Perfektionsschreiben entfällt. Eher eine Lappalie, aber doch wichtig: Das Schreibpapier muss jeder selbst mitbringen. Textkorrektur wird als WM-Wettbewerb durchgeführt. Die Korrekturvorlage enthält 120 Aufgaben, von denen 60 gelöst werden müssen. Ein Schnellübertragungswettbewerb wird als Versuchswettbewerb angeboten. Für Maschinenstenografen (mit Übertragung auf dem PC) findet ein Versuchswettbewerb statt. Beim Mehrsprachenwettbewerb wird es eine 5-Minuten-Ansage in steigender Geschwindigkeit geben: 120, 130, 140, 160 und 180 Silben. Basistext:
englisch.

Gregor Keller besuchte im August 1994 den 6. Stenokongress der "China Society of Stenography, Literature and Information" in Peking mit Gästen aus Europa und Japan und aus vielen Teilen Chinas. Es wurde ein sehr guter Informationsaustausch, da ein hervorragender Dolmetscher zur Seite stand: Berthold Gu.

Bei der Jahreshauptversammlung des DStB am 23. April 1995 in Erfurt legte Gregor Keller sein Amt als Präsident nieder, wurde Ehrenpräsident, und Horst Diehl (Neukirchen) übernahm das Amt. Neuer Vizepräsident wurde Konrad Weber, Vorsitzender des Thüringer
Stenografenverbandes. Die Landesgruppe tagte in Hildesheim. Horst Diehl wollte in der Landesgruppe kein Amt übernehmen, so dass Gregor Keller dort weiter als Vizepräsident tätig blieb. Heftig kritisiert wurde der Wegfall des Perfektionsschreibens. Beim INTERSTENO-Kongress in Amsterdam gab es für die deutschen Teilnehmer 8 Goldmedaillen: Manfred Kehrer wurde wieder Mehrsprachen-Stenografie-Weltmeister, er schrieb sage und schreibe in zehn Sprachen. Juniorenweltmeister in Stenografie wurde der erst 16-jährige Marco Hoffmann aus Minden. Im Maschinenschreiben war Walter Willkomm vom Spandauer Stenografenverein Sieger mit 742 Anschlägen/Minute. Und Erika Just, damals Nürnberg, kam beim Maschinenschreiben ohne Korrektureinrichtung zu WM-Ehren.
Tanja Kölsch aus Rodalben schrieb 650 Anschläge/Minute und wurde Juniorenweltmeisterin. In der Kombinationswertung Stenografie und Maschinenschreiben siegte Jutta Wichmann aus Berlin. Mit dem Personalcomputer holte Manuela Treindl "Gold" (118 Korrekturen), Juniorenweltmeisterin am PC wurde Sandra Deisroth, Rodalben.

Die Westdeutsche Stenografenjugend fuhr nach Rom und so war Gelegenheit gegeben, mit den Stenografen im italienischen Parlament zu sprechen. Frau Pellegrini,  Ausbildungsleiterin, war uns bekannt von der Pekingreise und führte uns sehr nett durchs Parlament und zum dortigen Leiter des stenografischen Dienstes. Eine internationale Begegnung anderer Art. Wie es wohl ja immer mal wieder auch zu internationalen Treffen kam, die nun nicht unmittelbar etwas mit der Intersteno zu tun gehabt haben. Die Treffen mit den Chinesen beispielsweise, die aber dann Auswirkungen auf die Intersteno hatten. Oder Treffen in Wien, oder Leipzig oder auch eine internationale Jugendbegegnung in Bonn. Die Stenografen sind schon immer weltoffen und schließlich gibt es sie ja auch überall auf der Welt.

 

In Lausanne fand 1998 der 42. INTERSTENO-Kongress statt. William Bonnet, Schweiz, schreibt in seinem Grußwort unter anderem, dass es auch Ziel der INTERSTENO ist, die Mitgliedsländer über neue Technologien auf dem Laufenden zu halten. Aber auch die freundschaftlichen Beziehungen und das Bestreben immer engere Beziehungen zu knüpfen, erwähnt er. Am Rande: Am 26. April hat der Vorstand der Landesgruppe in Cuxhaven Einvernehmen darüber erzielt, dem Präsidium vorzuschlagen, den 43. INTERSTENO-Kongress in Hannover durchzuführen.

In Lausanne - eine wahre Titelflut für die deutsche Delegation:
Peter Dudziak, Haltern, Juniorenweltmeister im Maschinenschreiben und auch bei der
Autorenkorrektur,
Anja Schade, Berliner Schreibfüchse, Weltmeisterin bei der Autorenkorrektur,
Peter Bruhn, Wiesbaden, Weltmeister in der Textverarbeitung,
Stefan Ernst, Hamm, Juniorenweltmeister in der Textverarbeitung
und Marco Hoffmann, Gütersloh, Juniorenweltmeister in
Kurzschrift und in der Kombination.

Darüber hinaus gab es noch mehrere 2., 3. und 4. Plätze.

Die Generalversammlung, gründlich von Dr. Gutzler vorbereitet, hatte ein ganzes Bündel von Regularien zu bewältigen. Er schaffte das mit der notwendigen Gelassenheit aber immer verbindlich und freundlich und immer darauf bedacht, dass auch alle Landesgruppen zu Wort kamen. Dazu wurden Dolmetscher eingesetzt, so dass immer in vier Sprachen übersetzt worden ist. William Bonnet schlug Gregor Keller als neuen Präsidenten vor, der wurde dann auch einstimmig gewählt. Dr. Gutzler blieb Generalsekretär. Josef Stehling wurde in das Zentralkomitee berufen. Gregor Keller skizzierte seine Ideen für die Zukunft: Ausführungen um die Einführung des Euro, die Spracherkennung und die Ausbildungsnotwendigkeiten für Lehrer, Senkung der Kongressgebühren, Verstärkung der Öffentlichkeitsarbeit.

Auf Vorschlag Kellers wurde William Bonnet zum Ehrenpräsidenten und Dr. Hans Störel zum Ehrenmitglied ernannt. Keller zum Abschluss: Wir müssen uns darauf einstellen mit der Technik zu leben. Unser Aufgabengebiet war noch nie so umfangreich wie in der heutigen Zeit.

 

Zu ihrer Generalversammlung am 4. Oktober 1998 lud die Landesgruppe ihre Mitglieder nach Würzburg in das Hotel "Wittelsbacher Hof" ein.

Dr. Hans Störel wurde mit Ovationen verabschiedet, denn aus gesundheitlichen Gründen gab er das Amt des Präsidenten ab. Sein Nachfolger wurde Gregor Keller, der die Abschlussrede Dr. Störels ergänzte: "Er (Dr. Störel) hat intensiv am Vereinigungswerk der Stenografen nach der Wiedervereinigung gearbeitet. Und es war ein angenehmes menschliches Miteinander." Dr. Störel wurde Ehrenpräsident der Landesgruppe Deutschland, Waltraut Dierks Vizepräsidentin. Im Übrigen stand der Inhalt der Versammlung im Zeichen der Vorbereitungen für den INTERSTENO-Kongress im Jahre 2001 in Hannover. Generalsekretär Josef Stehling wurde Leiter des Organisationskomitees,
das dann im Januar 1999 zu seiner ersten Sitzung in Hannover zusammentraf. Auch die Stenografenjugend war beteiligt. Kostengünstiger als in der Vergangenheit sollte es werden, insbesondere für die jugendlichen Teilnehmer. Der Plan: Die Hauptveranstaltungen finden im Congress Centrum Hannover, in einer daneben liegenden Schule sowie in einer angrenzenden Sporthalle statt. Der Vorstand der Landesgruppe traf sich dann im Mai in Neumünster und die Generalversammlung fand im September 1999 im Tagungszentrum Post in Hannover statt.

Freitags empfing Bürgermeister Strauch im Sitzungssaal des Alten Rathauses, das eigentlich noch gar nicht so alt ist, die "Interstenos". Die Generalversammlung brachte zwei personelle Änderungen: Horst Grimm kandidierte nicht mehr und wurde Ehrenmitglied, und Maria Lohfeldt stand für eine weitere Legislaturperiode nicht mehr zur Verfügung. Christine Kuthe und Dr. Hans-Andreas Kroiß wurden Beisitzer. Zahlreiche Werbemittel, gedacht für den Kongress, wurden ausgestellt. In Planung ist eine Telefonkarte mit Stenografie. Die Landesgruppe ist präsent im Internet, betreut und bearbeitet von Uwe Brüdigam. Bis 2004 sind fast 30.000 Zugriffe aus aller Welt mit rund 300.000 Bewegungen auf den Seiten zu verzeichnen. - Ein Ausflug führte über das Weltausstellungsgelände und man konnte schon erahnen und auch sehen, welch gewaltige Ausstellung hier in Hannover im Jahre 2001 zu
erwarten ist. Unter der Leitung von Dr. Karl Gutzler tagte das Zentralkomitee in Wien. Die Mindestgeschwindigkeit beim Maschinenschreiben wurde von 360 auf 300 Anschläge/Min. herabgesetzt. Auch wenn ein jugendlicher Teilnehmer die höchste Gesamtpunktzahl erreicht, wird ein Senioren-Weltmeistertitel vergeben. Der Mehrsprachenwettbewerb soll gestrafft werden. Josef Stehling gibt bekannt, dass die Vorbereitungen für den Kongress
auf Hochtouren laufen. Die Schirmherrschaft übernimmt Bundeskanzler Gerhard Schröder.

Es gibt und gab dann auch Weltmeisterschaften im Maschinen-/PC-Schreiben, in  Textkorrektur, in professioneller Textverarbeitung (nur in englischer Sprache), in Stenografie, Kurzschrift-Mehrsprachenweltmeisterschaft, Kurzschrift-Schnell-Übertragungswettbewerb und erstmalig einen Versuchswettbewerb "Korrespondenz und Protokollierung", daneben ein umfangreiches Rahmenprogramm einschl. der Präsentation von Spracherkennungs- und PC-Fremdsprachen-Übersetzungsprogrammen. Auch die der Intersteno angeschlossenen Parlamentsstenografen, die "International Parliamentary Reporters Section (IPRS)", treffen sich bei einer Fachsitzung im Niedersächsischen Landtag, das geschah dann auch mit beachtlich vielen Teilnehmern bei Kaffee und Kuchen.

Das Zentralkomitee tagte im Herbst in Palermo. Dort wurde u. a. auch das Vortragsprogramm für Hannover akzeptiert. Es kam zu einer Diskussion um die Zukunft der Intersteno; die Landesgruppen sollten ihre Vorstellungen an Gregor Keller mailen, jedoch ging keine einzige Mail ein. Dr. Gutzler leitete einmal mehr die Sitzungen souverän, es sollte das letzte Mal sein. Er wurde danach krank, arbeitete aber immer weiter, die Gesundheit wurde nicht besser - aber er blieb immer optimistisch, dass er seine Sitzungen in Hannover werde durchführen können und auch seine übernommenen Aufgaben für den Kongress letztlich erfüllen werde können. Er konnte beides leider nicht realisieren. In den Morgenstunden des 8. Juli 2001 ging sein erfülltes Leben (ein Leben für die Stenografie und die Stenografen) zu Ende. An der Trauerfeier am 13. Juli in Bonn-Röttgen nahmen viele Stenografen, übrigens auch aus Nachbarländern, teil. Dr. Wolfgang Behm und Gregor Keller sprachen Worte des Abschieds, aber auch des Gedenkens an die große Persönlichkeit. Der Nachruf in der Deutschen Stenografen-Zeitung wurde in mehrere Sprachen übersetzt und erschien auch in mehreren Ländern.


Das Jahr 2001 stand im Zeichen des 43. INTERSTENO-Kongresses. Anmeldungen konnten erstmals auch übers Internet erfolgen. Rund 580 Teilnehmer aus allen Erdteilen (auch die Chinesen waren dabei), Stenografen und insbesondere auch Maschinenschreiber aus einigen Ländern Asiens - sie veranstalteten spontan eine kleine "Asienkonferenz" - gaben sich in Hannover ein Stelldichein. Einige Zeit vorher war eine beeindruckende mehrsprachige Einladungsbroschüre versandt worden. Der Kongress wurde am 28. Juli eindrucksvoll und feierlich von Oberbürgermeister Dr. Herbert Schmalstieg sowie einem wunderbaren Konzertchor auf der mit Sonnenblumen geschmückten riesigen Bühne des Kuppelsaals eröffnet. Auf die Bühne projizierte eine Kamera aktuelle Bilder von anwesenden Teilnehmern beim Eintritt in die Halle und die so beliebte "Racineshow". Josef Stehling konnte - zu seinem eigenen größten Bedauern - am Kongress nicht teilnehmen, sondern verbrachte die Zeit im Krankenhaus. Eine arbeitsame Truppe organisierte in der letzten Nacht vor der Eröffnung noch die restlichen auszugebenden Unterlagen und auch allerletzte Arbeiten bezüglich der Rechnungsstellung an teilnehmende Landesgruppen konnten noch vor Öffnung des Tagungslokals abgeschlossen werden. Die Aufgaben von Dr.
Gutzler übernahm Gregor Keller, steuerte auch die Sitzungen über die Runden, wobei es sogar noch gelang, zwei Kongressveranstalter für die Zukunft zu finden: Italien (2003) und Österreich (2005). Es wurde ein neuer Generalsekretär gewählt, nämlich der mehrsprachige Danny Devriendt, Belgien, und Präsident wurde Dr. Fausto Ramondelli, Rom. Ehrenpräsident wurde Gregor Keller.


Nach meinem Empfinden und nach dem anderer Personen, die sich später auch dazu
äußerten wie beispielsweise Europäer, Amerikaner, Chinesen und Japaner, war Hannover ein rundum gelungener Kongress in sehr angenehmer Umgebung und mit ungewöhnlich vielen Aktivitäten, was jedenfalls bis jetzt nicht mehr übertroffen worden ist. Josef Stehling hatte maßgeblichen Anteil und wir dankten ihm auch alle für seine Vorbereitungsarbeiten. Leider gab es wieder mal bei einem Kongress finanzielle Probleme, die wir aber noch bis 2002 lösen konnten. DStB, andere stenografische Organisationen und auch großzügige Spender halfen, die Misere zu überwinden. Mein Fazit: Wenn es darauf ankommt halten die Stenografen immer noch zusammen.

Sieger aus Deutschland? - Maschinenschreiben Junioren: Peter Dudziak (auch Weltmeister bei der Autorenkorrektur Junioren). Textverarbeitung
Erwachsene: Stefanie Wiele. Mehrsprachige Kurzschrift: Dr. Bernhard Gremmer. Versuchswettbewerb "Korrespondenz und Protokollierung": Peter Bruhn.

Am 11. August 2001 starb nach längerer Erkrankung unser Ehrenpräsident Dr. Hans Störel, Leipzig. Auch er wäre noch gerne in Hannover dabei gewesen. Aber er schaffte es nicht mehr. Sein Leben spiegelt ein Stück deutscher Nachkriegsgeschichte wider. Er war ein heiterer, ein friedlicher, toleranter und auf Ausgleich bedachter Mensch; ich kann mich
nicht erinnern, von ihm jemals ein lautes oder böses Wort gehört zu haben. Und ich hatte ja auch einige Male mit ihm bei unseren Überlegungen zur Wiedervereinigung der Stenografen zusammen gesessen. Herr Dr. Gutzler und Herr Dr. Störel werden nie vergessen werden.


Die Generalversammlung der Landesgruppe war dann in Leipzig. Es ging natürlich um den INTERSTENO-Kongress. Gregor Keller stellte sich noch mal zur Wahl, Horst Fisch aber nicht mehr und wurde Ehrenmitglied. Zwei Beisitzer sollten genügen, das waren Christine Kuthe
und Manfred Kehrer. Im Namen der Landesgruppe bedankte sich der Präsident bei Dr. Hans-Andreas Kroiß und Rita Lehmann für ihre seitherige engagierte Arbeit, insbesondere aber auch beim INTERSTENO-Kongress. 

 

2002 trafen wir uns dann in Northeim (Südniedersachsen). Konrad Weber sprach ein
Grußwort für den DStB und bekundete dessen Verbundenheit mit der Intersteno-Landesgruppe. Tätigkeits- und auch Kassenbericht einschl. Finanzlage gaben keinen Anlass zu Beanstandungen. Gregor Keller, der dem Präsidium seit 1986 angehörte, kandidierte - wie bereits im Vorjahr angekündigt - nicht mehr und wurden Ehrenpräsident. Josef Stehling sprach bewegende Worte des Dankes. Nachfolgerin wurde die seitherige Vizepräsidentin Waltraud Dierks, Vizepräsident Manfred Kehrer. Frau Rita Lehmann wurde Beisitzerin, Prof. Dr. Boris Neubauer Beisitzer. Angesprochen wurden die Sitzungen des Zentralkomitees in Madrid und der 44. Kongress in Rom.

Der Mehrsprachenwettbewerb soll auf jeden Fall erhalten werden. Es wurde die arge Straffung der Wettbewerbe beanstandet, denn ursprünglich sollte alles - nach Vorstellungen aus Italien - an einem Tag durchgeführt werden. Von der Versammlung begrüßt wurden Planungen, Schüler mit in die Wettbewerbe einzubinden. Organisatorische Vorstellungen, die die INTERSTENO und insbesondere die Landesgruppen an ihrem Nerv treffen, sollten in
einer einzurichtenden Arbeitsgruppe auf internationaler Ebene besprochen werden. Alle Landesgruppen müssen sich in der Organisation wiederfinden, so wie seinerzeit im Jahre 1955.

Das Zentralkomitee tagte dann im September in Madrid. Gregor Keller hatte schriftliche Berichte über den Kongress und auch über die Kongresssitzungen sowie die  Generalversammlung erstellt und nach Madrid mitgegeben, da er kurzfristig selbst nicht teilnehmen konnte. Die Berichte wurden dann dort auch verlesen und soweit vorgesehen auch veröffentlicht auf den Seiten der INTERSTENO im Internet. Im Übrigen wurden zahlreiche Änderungen bei den Wettbewerbsregularien beschlossen (Veröffentlichungen sind auch in der DStZ erschienen), und es wurde eine kleine Arbeitsgruppe (Holland, Frankreich, Deutschland, Generalsekretär und Präsident) zur Erarbeitung eines moderneren Status gebildet.

Der 44. INTERSTENO-Kongress 2003 in Rom war etwas verkürzt worden. In der DStZ wird über einen erfolgreichen Verlauf berichtet. Peter Dudziak hatte allen Grund zum Strahlen, mit zwei Goldmedaillen (Tastschreiben und Textkorrektur, Junioren) war er erfolgreichster deutscher Teilnehmer. Markus Schöffler gewann den Wettbewerb Textkorrektur Erwachsene, Peter Bruhn den Wettbewerb Praxisorientierte Textverarbeitung. Anmeldungen zu diesem Kongress waren erstmals nur über das Internet möglich. Dr. Wolfgang Behm, Berlin, hatte die Organisation der Konferenzen und Workshops übernommen und es wurden auch recht interessante Vorträge gehalten, die erstmalig über Videostream über das Internet in aller Welt zeitgleich abzurufen waren. Davon wurde übrigens auch Gebrauch gemacht. In Ausschüsse wurden Prof. Dr. Boris Neubauer
(Wissenschaftsausschuss) und Gregor Keller (Rechnungsprüfung) gewählt. Josef
Stehling gab seine Zentralkomitee-Mitgliedschaft weiter an Waltraud Dierks. Die Parlamentariergruppe (IRPS) tagte auch. Im Vorfeld des Kongresses war ein Tastschreibwettbewerb für Jugendliche, an dem auch Deutsche teilnahmen.

Während der Generalversammlung gab der Präsident eine Erklärung ab, in der auch auf eine neue Satzung hingewiesen wurde. Die Versammlung stimmte mehrheitlich zu, allerdings wurde die Satzung nicht vorgelesen und diskutiert. Generalsekretär blieb Danny Devriendt, Dr. Fausto Ramondelli wurde Vizepräsident und Marlis Kulb, Wien, Präsidentin. Der nächste Kongress findet 2005 in Wien statt. Das wurde schon in Hannover festgelegt. Man wird sich dann beim 45. Kongress auch der 50 Jahre INTERSTENO nach der Gründungszeit in den Jahren 1953 bis 1955 (in Monte Carlo wurde Ende Juli 1955 das Statut der INTERSTENO verabschiedet) erinnern.


Die Landesgruppe traf sich im September 2003 in Treysa (Hessen). Waltraud Dierks
wurde wieder gewählt, Vizepräsident wurde Prof. Dr. Boris Neubauer anstelle von
Manfred Kehrer, der nicht mehr kandidierte. Generalsekretär wurde wieder Josef
Stehling. Schatzmeister ist Uwe Brüdigam, der auch die Internetbetreuung vorbildlich wahrnimmt und Beisitzerinnen blieben Rita Lehmann und Christine Kuthe. Von einem "erfolgreichen Jahr" war die Rede. Die Generalversammlung will auch Anträge an die INTERSTENO stellen, einer davon bezieht sich auf die Problematik hinsichtlich der Wettbewerbsverzerrungen beim Maschinenschreiben. Und der Versuchswettbewerb "Korrespondenz und Protokollierung" wird als gescheitert betrachtet und sollte nicht mehr durchgeführt werden.

Die nächste Generalversammlung wurde für den 12./13. Juni 2004 in Falkenrehde bei Potsdam festgelegt.


Vielen Dank, dass Sie mir alle so aufmerksam 100 Minuten zugehört haben - 50 Jahre Intersteno-Landesgruppe Deutschland in 100 Minuten. Auf die nächsten 50 Jahre!

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